BTWH-Publikationsliste

 

BTWH-Sammelbände (chronologisch)

FEST, Karin / RAHMAN, Sabrina / YAZDANPANAH, Marie-Noëlle (Hg.): Mies van der Rohe, Richter, Graeff & Co. Alltag und Design in der Avantgardezeitschrift G, Turia + Kant: Wien/Berlin 2014, 192 S.

FORSCHUNGSNETZWERK BTWH (Hg.): Hans Richters »Rhythmus 21«. Schlüsselfilm der Moderne, Würzburg: Königshausen & Neumann 2013, 217 S.

SZILAGYI, Charlotte / RAHMAN, Sabrina K. / SAMAN, Michael (Hg.): Imagining Blackness in Germany and Austria, Newcastle upon Tyne: Cambridge Scholars 2012, 193 S.

ENGBERG-PEDERSEN, Anders / HUFFMASTER, Michael / NORDHAUSEN, Eric / ÖHNER, Vrääth (Hg.): Das Geständnis und seine Instanzen. Zur Bedeutungsverschiebung des Geständnisses im Prozess der Moderne, Wien/Berlin: Turia + Kant 2011, 358 S.

BAREITHER, Christoph / BÜTTNER, Urs (Hg.): Fritz Lang: »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«. Texte und Kontexte, Würzburg: Königshausen & Neumann 2010, 224 S.

KOPP, Kristin / SCHWARZ, Werner Michael (Hg.): Peter Altenberg, Ashantee. Afrika und Wien um 1900, Wien: Löcker 2008, 208 S.

MÜLLER-RICHTER, Klaus / URITESCU-LOMBARD, Ramona (Hg): Imaginäre Topografien. Migration und Verortung, Bielefeld: transcript Verlag 2007, 240 S.

MATTL, Siegfried / MÜLLER-RICHTER, Klaus / Schwarz, Werner Michael (Hg.): Felix Salten, Wurstelprater. Ein Schlüsseltext zur Wiener Moderne. Mit kommentierenden Essays, Wien: Promedia 2004, 256 S.

KOPP, Kristin / MÜLLER-RICHTER, Klaus (Hg.): Die ›Großstadt‹ und das ›Primitive‹ – Text, Politik und Repräsentation, Stuttgart/Weimar: J. B. Metzler 2004, 262 S.

                                                                                      

BTWH-Zeitschriften (chronologisch)

MATTL, Siegfried (Hg.): Blackness in Europa, Zeitgeschichte, 35 (2008), Heft 2, Innsbruck: Studienverlag, 37 S.

MÜLLER, Sabine (Hg.): Blackness, transnational, Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 17 (2006), Heft 4, Innsbruck: Studien Verlag, 176 S.

MÜLLER, Sabine / MATTL, Siegfried (Hg.): Wedekind Transformationen. »Lulu« als Text, Zeitgeschichte, 28 (2001), Heft 1, Innsbruck: Studien Verlag, 72 S.

 

Karin Fest, Sabrina Rahman, Marie-Noëlle Yazdanpanah (Hg.):

Mies van der Rohe, Richter, Graeff & Co. Alltag und Design in der Avantgardezeitschrift G, Turia + Kant: Wien/Berlin 2014, 192 Seiten.

ISBN 978-3-85132-736-6

Die programmatische Idee der – historischen – Avantgarde, Kunst in das Leben zu überführen lässt sich an konkreten Objekten aus dem Alltagsleben der 1920er und 1930er Jahre prüfen. Spitzkühler, Herrenanzüge, Vergnügungsparks, Luftstädte und Überfluss durch Technik – in G. Material zur elementaren Gestaltung warfen zeitgenössische Avantgardisten wie Hans Richter oder El Lissitzky einen experimentellen Blick auf Gegenstände des Alltags. Die Berliner Avantgardezeitschrift, erschienen in den Jahren 1923 bis 1926, wendet sich nicht nur gegen die elitäre Hochkultur des Bürgertums, sondern entwickelt Ideen für produktive Interdependenzen zwischen Alltagskonsum, Populärkultur und der Avantgarde.

Die Beiträge dieses Bandes gehen der Bedeutung dieser Objekte im Bereich des alltäglichen Konsums nach und situieren diese und ihre Bearbeitung durch die Avantgarde in einem breiteren historischen und kulturellen Kontext ihrer Zeit.

Download: Inhaltsverzeichnis, Editorial (pdf)

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Gedruckt mit Unterstützung des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften.

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Forschungsnetzwerk BTWH (Hg.):

Hans Richters »Rhythmus 21«. Schlüsselfilm der ModerneWürzburg: Königshausen & Neumann 2013, 217 Seiten.

ISBN 978-3-8260-4861-6

"Rhythmus 21" ist der Titel eines drei Minuten kurzen ungegenständlichen Films von Hans Richter aus dem Jahre 1921. Dem oberflächlichen Blick erscheint der Film zu-nächst als etwas kulturell Marginales und Unverbundenes. Eine kulturwissenschaftliche Analyse jedoch analysiert auf überraschende wie überzeugende Weise die zunächst verborgenen Verknüpfungen des Films ins kulturelle Feld. So enthüllt sich schließlich das konstruktivistisch avantgardistische Filmdokument als diskursives Archiv im Zent-rum der 20er Jahre. Die kurzen Beiträge des Bandes erörtern die biografischen Daten Hans Richters und die lebensweltlichen Hintergründe (Großstadt und Verkehr), die mediengeschichtliche Zu-sammenhänge (zum Röntgen- und Werbefilm, zum Sound, zu den Bildenden Künsten, zur Lettristik), die Verbindungen zu Wissenschaft und Technik (Architektur, Parawissen-schaft, Esoterik, Pädagogik und Psychologie) und die Verknüpfungen zu kulturellen Fel-dern (Tanz, Narrativik).

Zielgruppe des Bandes: Wir streben ein breites, interdisziplinär interessiertes Publikum an, speziell auch Studen-ten der verschiedenen geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächer ohne filmgeschicht-liche, filmanalytische und filmtheoretische Spezialkenntnisse.

Texttypus: Kurze, pointierte, für eine breite Leserschaft zugängliche Texte.

Titel beim Verlag

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Charlotte Szilagyi, Sabrina K. Rahman and Michael Saman (eds.):

Imagining Blackness in Germany and AustriaNewcastle upon Tyne: Cambridge Scholars 2012, 193 pages.

ISBN 978-1-4438-4399-7

Imagining Blackness in Germany and Austria offers a breadth of fresh and provocative perspectives on the ways that blackness has been configured and instrumentalized in cultural productions from around the modern German-speaking world. The essays collected here examine material ranging from eighteenth-century literary and philosophical landmarks, to Viennese modernist art; from colonial missionary literature, to twentieth-century sculpture, film, and music; from National Socialist ideology, to Leftist counterdiscourse.

Spanning a range of literary, visual, and theoretical discourses, these essays identify crucial moments within radical paradigm shifts in the ways the concept of blackness has been employed by European intellectuals. One shift can be observed within the notion of blackness itself, which progresses from a state that precedes political articulation, to one that is negotiated discursively. Another shift sees conservative notions of "race" give way to a recodification of blackness as American rather than African. In this way, blackness becomes linked to the advent of a hegemonic power. A further shift can be discerned in the ways nationalist discourses of colonial supremacy and of an impending "darkening" of Europe progress toward the perception of blackness as an entry-point into the cultural complex known as Amerika, into mass culture, and into European modernity itself.

With an introduction by Werner Sollors, this collection provides valuable, compelling, and timely material and insight for scholars and students interested in modern German-speaking culture, African American and African Diaspora studies, and their intersections.

Titel beim Verlag

Printed with the support of the IFK International Research Center for Cultural Studies.

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Anders Engberg-Pedersen, Michael Huffmaster, Eric Nordhausen, Vrääth Öhner (Hg.):

Das Geständnis und seine Instanzen. Zur Bedeutungsverschiebung des Geständnisses im Prozess der ModerneWien/Berlin: Turia + Kant 2011, 358 Seiten.

ISBN 978-3-85132-638-3

Im freiwilligen wie unfreiwilligen Geständnis offenbart sich nicht der Wesens kern eines Menschen, vielmehr ist es selbst das Produkt äußerer Einflussgrößen. Das Innere eines Menschen, das sich im Geständnis auszusprechen scheint, ist umstellt von einer veritablen äußeren Maschinerie, einer Geständnismaschinerie, hinter der sich mehr verbirgt als harmloses Beiwerk.
Die Untersuchung offenbart die Abhängigkeit des Geständnisses von Macht interessen, Entscheidungsprozeduren und institutionellen Praktiken. Gerade der scheinbare Wahrheitscharakter des Geständnisses erweist sich als eingeschrieben in Choreografien des Unausgesprochen und der Indirekt heit.
Der vorliegende Band beschreibt am Beispiel von vier Instanzen der Justiz, der Polizei, der Gemeinschaft und dem Subjekt welche Spannbreite von Funktionen sich mit dem Geständnis verbinden und welche Konsequenzen sich aus der historischen Umformung dieser Bereiche ergeben.

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Gedruckt mit Unterstützung des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften und des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Gesellschaft.

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Christoph Bareither, Urs Büttner (Hg.):

Fritz Lang: »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«. Texte und Kontexte (Film - Medium - Diskurs Bd. 28, herausgegeben von Oliver Jahraus, Stefan Neuhaus), Köningshausen & Neumann 2010, 224 Seiten.

ISBN: 978-3-8260-4214-0

Fritz Langs Film "M- Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) ist nicht nur ein Klassiker beim Filmpublikum, sondern gehört zum fest etablierten Bestandteil der cinematischen Kurrikula an Schulen und Universitäten. Die vielfältigen Themen, die der Film diskutiert, umfassen Medientheorie, Psychologie, Semiotik, Gesellschaftskritik, Justizkonzepte, Wahrheitsbegriffe und Ästhetik – um nur einige wenige zu nennen.
Angesichts dessen verwundert es, dass im Gegensatz zum Film selbst (der jüngst sogar in der SZ Cinemathek erschienen ist) wichtige Materialien immer noch schwer zugänglich sind und es keine deutschsprachige Einführung gibt. Forschungsbeiträge sind verstreut und abgelegen publiziert, dazu oft seit langer Zeit nicht nachgedruckt worden. Absurderweise ist es, wenn die Texte überhaupt verfügbar sind, oft leichter an englische Übersetzungen als an die Originale zu kommen. Dies verdankt sich dem Umstand, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Film die letzten Jahre über vor allem durch amerikanische Beiträge vorangetrieben wurde. Insofern liegen auch die Erkenntnisse der neueren Forschung meist nicht auf Deutsch vor.

Die Idee dieses Bandes ist es, gleichermaßen für den populären Leser als auch für Unterricht und akademische Lehre ein Kompendium zur Beschäftigung mit dem Film "M" zu sein. Die Zugänge der Einführungstexte entspringen einer methodischen Vielfalt. Angestrebt wurde eine Mischung aus Beiträgen etablierter Experten aus Deutschland und den USA sowie Neuinterpretationen von Nachwuchswissenschaftlern. Die transatlantische Zusammenarbeit steht nicht zuletzt im Dienst des Wissenstransfers.
Darüber hinaus versammelt der Band wichtige Quellen, die oft verstreut zusammengesucht werden mussten und ediert erstmals die "M" betreffenden Auszüge aus Fritz Langs Notizbuch, ein Interview-Typoskript und einen Teil der Zensurkarte zu "M", die eine in der heutigen Schnittfassung nicht mehr erhaltene Szene des Films beschreibt. Abgerundet wird der Band durch eine Bibliographie, die die weiterführende Beschäftigung mit dem Film erleichtern soll.

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Kristin Kopp, Werner Michael Schwarz (Hg.):

Peter Altenberg, Ashantee. Afrika und Wien um 1900Wien: Löcker 2008, 208 Seiten.

12,5 x 20,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 30 s/w Abb.

ISBN 978-3-85409-460-9

»Das soll die Schönste sein« sagen die Besucher, »eine beauté ihrer Heimath. Wo liegt dieses Aschanti?! Nun, für eine Negerin - - -. Stolz ist sie, wirklich unsympathisch. Was glaubt sie eigentlich, dieses Mohrl?! Eine Ehre sollen wir uns machen, ihren Schmarren zu kaufen?! Nicht einmal ansehen möchte sie uns, während sie unser Geld nimmt für Le Ta Kotsa, Zahnkraut. Gewiss ein Schwindel. Hast du Heimweh?! Unsere Verkäuferinnen würden ein schlechtes Geschäft machen. Musst freundlich sein, Schatzerl, thut dir ja Niemand was. Frieren thut sie, der arme Hascher. No no no, nur nicht gleich aufbegehren! Was bist Du zu Hause?! Eine Gnädige?! Du wirst es noch billiger geben. Ein arroganter Fratz. Adieu. Es ist nichts aus ihr herauszubekommen. Goodbeye, Mohrl, thu´ dir nichts an. Es wird schon besser werden. Servus.«
»Bènjo, bènjo - - - - -!« (Geh´ zum Teufel, packe dich.)

Schauplatz dieser Szene aus Peter Altenbergs Skizzensammlung »Ashantée« war ein »Afrikanisches Dorf«, das 1896 im Wiener Tiergarten errichtet wurde und in dem mehr als einhundert Männer, Frauen und Kinder vor und für das Publikum »lebten«. Angebliche, imaginierte oder tatsächliche sexuelle Beziehungen zwischen »Bewohnern« des Dorfes und Wiener und Wienerinnen, Ausflüge, Spazierfahrten, Opernbesuche, gemischte Tanzveranstaltungen, Zusammenstöße und Konflikte heizten das Interesse zusätzlich an und trugen dazu bei, dass sich die »Aschanti« nachhaltig in der Wiener Erinnerung durch Bezeichnungen für Süßwaren oder Jugendbanden verewigten.

Peter Altenberg, selbst eifriger Besucher des »Dorfes«, stellte als einer der wenigen Zeitgenossen öffentlich die Frage nach der moralischen Zulässigkeit der Schaustellung und kritisierte die Tanz- und Brauchtumsszenen als Klischees und Herabwürdigung einer fremden Kultur. Er entwickelte lange vor der Etablierung in der Ethnologie das Konzept einer »teilnehmenden Beobachtung«, gab den Ausgestellten eine Stimme und teilte (freilich nur fiktiv) ihr Leben. Zugleich waren die »Aschanti« Gegenstand der exotisch-erotischen Projektionen und Obsessionen des »inneren« Zivilisationsflüchtlings.

Die Neuauflage nach dem Original von 1897 enthält Beiträge von Literatur- und KulturwissenschaftlerInnen, die den faszinierend widersprüchlichen Text neu kommentieren: Robert B. McFarland (Provo/Utah), Silke Kirschnik (Berlin), Kristin Kopp (Columbia) Werner Michler (Wien), Sabrina Rahman (Berkeley), Werner Michael Schwarz (Wien).

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Siegfried Mattl (Hg.):

Blackness in Europa, Zeitgeschichte, 35 (2008), Heft 2, Innsbruck: Studienverlag, 37 Seiten.

ISSN 0256-5250

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Klaus Müller-Richter, Ramona Uritescu-Lombard (Hg.):

Imaginäre Topografien. Migration und Verortung, Bielefeld: transcript Verlag 2007, 240 Seiten.

ISBN 978-3-89942-594-9

Migration, bislang verstanden als Bewegung im physisch-geografischen Raum, wird vor allem durch imaginäre Prozesse des Raumbegehrens motiviert. Imaginäre Topografien etablieren dabei ein Netz von Bedeutungen, in dem Räume und Raumlogiken entstehen und Migrationsformen als kulturelle Raumpraktiken für einzelne Subjekte, auch für Staaten signifikant werden können. An dieser Raumkonstitution sind heute neben Schrift- verstärkt auch Bild- und Klangmedien beteiligt.

Aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive wird daher die Entstehung imaginärer Topografien im Kontext verschiedener Mediensysteme als ein jeweils politisch relevanter Akt zwischen Selbst- oder Fremdbestimmung untersucht.

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Gedruckt mit Unterstützung des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften.

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Siegfried Mattl, Klaus Müller-Richter, Werner Michael Schwarz (Hg.):

Felix Salten, Wurstelprater. Ein Schlüsseltext zur Wiener Moderne. Mit kommentierenden Essays, Wien: Promedia 2004, 256 Seiten.

12,5 x 18,5 cm, 40 Photos

ISBN 3-85371-219-3

"Wurstelprater" von Felix Salten (1868 - 1945) und Emil Mayer (1871 - 1938) gehört zu den Schlüsseltexten der Wiener Moderne. Der Autor und der Fotograph, ein literarischer Verwandlungskünstler der eine, ein Wegbereiter der modernen Fotographie der andere, führen in ihrer anschaulichenText-Bildreise in den Wiener "Wurstelprater" von 1911 und in die Widersprüchlichkeit der Zeitenwende.

Der Prater von Felix Salten und Emil Mayer ist noch von aussterbenden Attraktionen bevölkert, vom "Watschenmann", der "Meerjungfrau" und dem "Meerestaucher", und von einem staunenden "Volk", das sich hier selbstvergessen vergnügt, ehe es im "Getriebe der Großstadt zerrieben" wird. Der Prater erscheint als utopischer Ort, als letztes Refugium vor den Umwälzungen der Moderne. Seine Besucher entstammen noch dem Repertoire der traditionellen Wiener "Volkstypen", wie der "Fallot", der "Trinker", das "Dienstmädchen" und der "Soldat".

Felix Saltens "Wurstelprater" ist eine Reise in ein anderes, uns heute unbekanntes Wien, in die letzte Wildnis der Donaumetropole sozusagen. Autor und Fotograph zeigen ihrer Leserschaft einen Ort, der frei ist von den politischen und sozialen Antagonismen der Zeit, frei von Klassenkampf und Nationalismus und frei auch von Antisemitismus, der insbesondere jüdische Künstler und Intellektuelle nach der Jahrhundertwende immer drückender an den Rand des tatsächlichen Wiens gedrängt hat. Der eine, Felix Salten, wird 1938 ins Exil, der andere, Emil Mayer, in den Freitod getrieben.

Der nach mehreren Jahrzehnten erstmals wieder aufgelegte "Wurstelprater" wird von einem ausführlichen Kommentarteil begleitet. Ein Team internationaler KulturwissenschaftlerInnen (btwh - Berkeley, Tübingen, Wien, Harvard) zeigt den "Wurstelprater" im Netz zeitgenössischer Diskurse.

Felix Salten (eigentlich: Siegmund Salzmann), geboren 1868 in Budapest, war Schriftsteller und Kritiker. Er gehörte zum Kreis "Jung-Wien" und war zwischen 1917 und 1933 Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs. 1939 emigierte er in die Schweiz. Salten beeinflusste mit "Bambi" (1923 von Walt Disney verfilmt) die moderne Tiererzählung und gilt u.a. als Autor des Wiener Dirnenromans "Josefine Muzenbacher". Er starb 1945 in Zürich. Emil Mayer, geboren 1871 in Böhmen, war Rechtsanwalt und Fotograph. Er entwickelte einen optischen Belichtungsmesser ("Justophot") und schuf 1908 Aufnahmen des Wiener Praters. 1938 starb er durch Selbstmord in Wien.

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Kristin Kopp, Klaus Müller-Richter (Hg.):

Die ›Großstadt‹ und das ›Primitive‹ – Text, Politik und Repräsentation, Stuttgart/Weimar: J. B. Metzler 2004, 262 Seiten.

ISBN 3-476-45323-5

Die Überblendung von Modernitäts- und Imperialitätsanspruch im komplexen Aufschreibe- und Abbildesystem der modernen Großstadt um 1900 findet in der Imaginationsfigur des Primitiven einen diskursiven Kristallisationspunkt, aus dem heraus die topographische Ordnung der Metropolis stets aufs neue generiert wird. Das Primitive als das kolonial Andere sowie das sozial Marginalisierte der eigenen Gesellschaft ist dabei die Projektionsfläche für soziale Mechanismen der Ein- oder Ausschließung, die sich sowohl in Neuentwürfen des physischen Stadtraums als auch in Re-Imaginationen symbolischer Stadtlandschaften manifestieren. Der interdisziplinär angelegte Band geht dieser Kulturpoetik des Primitiven in verschiedenen Medienzusammenhängen sowie Text-, Bild- und Ausstellungspraktiken nach.

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Sabine Müller (Hg.): 

Blackness, transnational, Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 17 (2006), Heft 4, Innsbruck: Studien Verlag, 176 Seiten.

ISBN 978-3-7065-4264-7

ISSN 1016-765 X

Titel beim Verlag

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Sabine Müller, Siegfried Mattl (Hg.);

Wedekind Transformationen. »Lulu« als Text, Zeitgeschichte 28 (2001) Heft 1, Innsbruck: Studien Verlag, 72 Seiten.

ISBN 3-7065-1567-9

Titel beim Verlag

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